Es sind Menschen – keine Zahlen
Die Forderung von Friedrich Merz, bis zu 80 % der syrischen Geflüchteten innerhalb von drei Jahren abzuschieben, ist mehr als ein politischer Ausrutscher – sie offenbart ein grundlegendes Problem im Umgang mit Migration.
Denn es geht nicht um abstrakte Zahlen, sondern um Menschen: Hunderttausende sind längst Teil der Gesellschaft, arbeiten, zahlen Beiträge, halten in Pflege, Handel und Verkehr den Alltag am Laufen. Eine solche Forderung ignoriert nicht nur diese Realität, sondern steht auch im Widerspruch zu wirtschaftlichen Interessen. Deutschland kämpft mit Fachkräftemangel und demografischem Wandel – Massenabschiebungen würden diese Probleme verschärfen, nicht lösen.
Hinzu kommt die politische Dimension: Syrien ist in vielen Regionen weiterhin kein sicheres Herkunftsland. Pauschale Rückführungsquoten sind weder rechtlich noch praktisch umsetzbar.
Was bleibt, ist der Eindruck von Symbolpolitik: eine zugespitzte Zahl, die Aufmerksamkeit erzeugt, aber weder durchdacht noch verantwortungsvoll ist. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit braucht es Orientierung und realistische Lösungen – keine Debatten, die Ängste verstärken und gesellschaftliche Spaltung vertiefen – und der AfD nach dem Mund reden, was sie nur stärker macht.

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