Im Vorfeld der UN-Wasserkonferenz 2026 veröffentlicht, argumentiert dieser wegweisende Bericht mit dem Titel „Globaler Wasserbankrott: Leben jenseits unserer hydrologischen Mittel in der Nachkrisenzeit“ , dass die Welt in eine neue Phase eingetreten ist: Immer mehr Flussbecken und Grundwasserleiter verlieren die Fähigkeit, zu ihrem historischen „Normalzustand“ zurückzukehren. Dürren, Wasserknappheit und Verschmutzungsepisoden, die einst wie vorübergehende Schocks aussahen, werden vielerorts chronisch und signalisieren einen Zustand nach der Krise, den der Bericht als Wasserbankrott bezeichnet .
Eine neue Realität – Kurz erklärt
Die Welt lebt zunehmend über ihre Wasserverhältnisse.
In vielen Regionen wird seit Jahrzehnten mehr Wasser genutzt, als sich natürlich erneuern kann.
Flüsse, Seen, Grundwasser, Böden, Feuchtgebiete und Gletscher sind dadurch dauerhaft geschädigt.
Dieses Problem hat einen Namen: globale Wasserinsolvenz.
Mehr als eine Wasserkrise
Begriffe wie Wasserstress oder Wasserkrise reichen nicht mehr aus.
- Wasserstress: hoher Druck, Erholung noch möglich
- Wasserkrise: akuter, zeitlich begrenzter Notfall
Wasserinsolvenz bedeutet etwas anderes:
Ein dauerhafter Zustand nach der Krise, in dem sich Wassersysteme nicht mehr vollständig erholen können.
Hauptursache: Menschengemachte Dürre
Wasserknappheit entsteht heute immer häufiger durch menschliche Aktivitäten:
- Übernutzung von Wasser
- Erschöpfung des Grundwassers
- Bodendegradation und Entwaldung
- Verschmutzung
- Klimawandel
Zusätzlich verschlechtert sich die Wasserqualität, wodurch immer weniger Wasser tatsächlich nutzbar ist.
Die Folgen sind bereits sichtbar
Weltweit zeigen sich klare Anzeichen:
- Flüsse erreichen das Meer nicht mehr
- Seen, Feuchtgebiete und Gletscher schrumpfen
- Böden sinken durch Grundwasserübernutzung
- Ökosysteme brechen zusammen
- Städte stehen wiederholt vor Wassernotständen
Diese Entwicklungen bedrohen Ernährung, Energieversorgung, Arbeitsplätze, Migration und politische Stabilität.
Ein Neuer Umgang mit Wasser ist nötig
Ein einfaches „Zurück zur Normalität“ ist oft nicht mehr möglich.
Wasserinsolvenzmanagement bedeutet:
- weitere irreversible Schäden vermeiden
- Wasserentnahmen an ökologische Grenzen anpassen
- wasserintensive Wirtschaftsmodelle umbauen
- Menschen bei notwendigen Veränderungen fair unterstützen
Schadensminderung und Anpassung an neue Realitäten müssen gemeinsam erfolgen.
Auch eine Frage von Gerechtigkeit
Die Folgen treffen nicht alle gleich.
Besonders betroffen sind:
- Kleinbauern
- ländliche und indigene Gemeinschaften
- Stadtbevölkerungen
- Frauen und junge Menschen
Ohne gerechte Lösungen drohen soziale Spannungen und Konflikte.
Eine neue Wasseragenda
Die bisherige globale Wasserpolitik reicht nicht mehr aus.
Es braucht eine neue globale Wasseragenda, die:
- die Wasserinsolvenz anerkennt
- Wasser als Schlüsselsektor für nachhaltige Entwicklung versteht
kommende UN-Wasserkonferenzen, das Ende der Wasserdekade 2028 und das Jahr 2030 werden entscheidende Wendepunkte sein.
Fazit
Die globale Wasserinsolvenz anzuerkennen wäre der notwendige erste Schritt zu einer ehrlichen, wissenschaftlich fundierten und gerechten Wasserpolitik – bevor auch das verbliebene Naturkapital verloren geht.

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